Weit auseinanderstehende Augen: Bedeutung, Selbsttest und Stylingtipps
Was sind weit auseinanderstehende Augen? So schätzen Sie den Abstand ein, erkennen mögliche Fotoverzerrungen und wählen passende Make-up- und Brauenlooks.
Als weit auseinanderstehende Augen bezeichnet man im Alltag Augen, bei denen der Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln größer erscheint als die sichtbare Breite eines Auges. Dieser Vergleich mit einer Augenbreite dient der visuellen Orientierung. Er ist weder ein medizinischer Standard noch ein Maß für Attraktivität.
Der Augenabstand ist unabhängig von der Augenform, der Lidstruktur und der Neigung der Augenwinkel. Ein von Natur aus größerer Abstand kann zur normalen Vielfalt von Gesichtern gehören. Die Bezeichnung hilft vor allem dabei, Proportionen zu beschreiben oder bestimmte Stylingeffekte auszuwählen – nicht dabei, zu beurteilen, wie Augen aussehen sollten.
So erkennen Sie, ob Ihre Augen weit auseinanderstehen

Für Stylingentscheidungen genügt meist ein Blick von vorn bei entspanntem Gesichtsausdruck. Gehen Sie in drei Schritten vor:
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Schauen Sie entspannt geradeaus. Betrachten Sie sich aus angenehmer Entfernung im Spiegel oder verwenden Sie ein frontales Porträt, das mit mehr Abstand als ein typisches Nahaufnahme-Selfie aufgenommen wurde. Halten Sie den Kopf gerade. Drehen Sie ihn nicht, heben Sie die Augenbrauen nicht an und vermeiden Sie es, die Augen zusammenzukneifen oder absichtlich weit zu öffnen.
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Vergleichen Sie den Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln mit der Breite beider Augen. Gemeint ist der Abstand zwischen den beiden Augenwinkeln nahe der Nase. Die sichtbare Breite eines Auges messen Sie waagerecht vom inneren bis zum äußeren Augenwinkel. Wimpern, Eyeliner und Lidschatten zählen dabei nicht mit.
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Orientieren Sie sich an der durchschnittlichen Augenbreite und ordnen Sie das Ergebnis vorsichtig ein. Unterscheiden sich die sichtbaren Augenbreiten nur leicht, addieren Sie beide Werte und teilen Sie die Summe durch zwei. Beschreiben Sie die Augen nur dann als deutlich weit auseinanderstehend, wenn der Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln klar größer ist als dieser Durchschnitt. Ist der Unterschied gering oder schwer zu erkennen, sind Formulierungen wie „nicht eindeutig“ oder „ungefähr eine Augenbreite Abstand“ hilfreicher als eine erzwungene Zuordnung.
Angenommen, die sichtbaren Augenöffnungen sind 30 beziehungsweise 32 Einheiten breit. Die durchschnittliche Breite beträgt dann 31 Einheiten. Ein Abstand von 40 Einheiten zwischen den inneren Augenwinkeln wäre auf diesem Bild eindeutig größer. Bei 32 Einheiten wären die Werte dagegen nahezu gleich. Eine sichere Einordnung als weit auseinanderstehend wäre dann nicht gerechtfertigt. Diese Zahlen dienen nur der Veranschaulichung. Es handelt sich weder um validierte Schwellenwerte noch um klinische Grenzwerte.
Ein Durchschnitt ist weniger hilfreich, wenn eine Augenöffnung deutlich schmaler erscheint als die andere. Prüfen Sie zunächst, ob der Kopf gedreht ist, ein Auge zusammengekniffen wird, ein innerer Augenwinkel teilweise verdeckt ist oder der Blick nicht gerade nach vorn gerichtet ist. Auch Haare oder eine Brille können die Orientierungspunkte verdecken. Lassen sich die Augenöffnungen selbst bei freier Sicht und entspanntem Blick nur schwer vergleichen, verzichten Sie lieber auf eine Einordnung, statt durch die Mittelwertbildung ein Ergebnis zu erzwingen.
Die Faustregel mit einer Augenbreite ist kein allgemeingültiger Standard
Diese Faustregel vergleicht zwei Merkmale, die von Natur aus variieren: den Abstand zwischen den Augen und die Breite der sichtbaren Augenöffnungen. Bei schmaleren Augenöffnungen kann der Abstand nach dieser Regel größer wirken als bei breiteren – selbst wenn die Abstände zwischen den inneren Augenwinkeln ähnlich sind.
Zwei Gesichtsmaße sollten Sie dabei unterscheiden:
- Innerer Augenwinkelabstand: der Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln.
- Pupillendistanz: der Abstand zwischen den Mittelpunkten der Pupillen.
Der alltagssprachliche Vergleich mit einer Augenbreite bezieht sich auf den Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln, nicht auf die Pupillendistanz. Ein Blick auf die Position der Pupillen ersetzt deshalb nicht den Vergleich der inneren Augenwinkel.
Weder ein Selfie noch diese kosmetische Faustregel liefert eine klinische Messung oder medizinische Beurteilung. Ebenso gibt es keinen universellen „Idealabstand“, dem jedes Gesicht entsprechen sollte. Der Vergleich hilft, Proportionen zu beschreiben; er ist kein Maßstab für Normalität oder Schönheit.
Augenabstand, Augenkontur und Lidanatomie sind unterschiedliche Merkmale
Auf dieselben Augen können mehrere Beschreibungen zutreffen, weil sie sich auf unterschiedliche Merkmale beziehen.
| Merkmal | Was Sie betrachten | Mögliche Beschreibungen |
|---|---|---|
| Augenabstand | Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln im Verhältnis zur Augenbreite | Weit oder eng auseinanderstehend, ungefähr eine Augenbreite Abstand |
| Augenkontur | Umriss der sichtbaren Augenöffnung | Mandelförmig, rund, Mischform |
| Lidstruktur | Sichtbarkeit der Lidfalte und Bedeckung des Lids | Monolid, sichtbare Lidfalte, Schlupflid |
| Neigung der Augenwinkel | Höhe des äußeren Augenwinkels im Verhältnis zum inneren | Ansteigend, waagerecht, abfallend |
Ein großer Augenabstand sagt nicht aus, ob eine Augenöffnung rund oder länglich ist, ob eine Lidfalte sichtbar ist oder ob die äußeren Augenwinkel höher liegen als die inneren.
Die Beschreibung „weit auseinanderstehende, mandelförmige Augen mit Schlupflidern“ kombiniert beispielsweise drei getrennte Beobachtungen. Das ist aussagekräftiger, als die Augen allein mit „weit auseinanderstehend“ zu beschreiben.
Warum Ihre Augen auf manchen Fotos weiter auseinanderstehen können
Im Spiegel, auf einem Porträt und auf einem nah aufgenommenen Selfie kann der Augenabstand unterschiedlich wirken, obwohl sich an der Anatomie nichts ändert. Bevor Sie sich auf ein einzelnes Bild verlassen, sollten Sie folgende Faktoren berücksichtigen:
- Perspektive bei geringem Kameraabstand. Eine nahe Kamera verändert die sichtbaren Größenverhältnisse zwischen mittleren und seitlichen Gesichtspartien. Weitwinkelobjektive können insbesondere an den Bildrändern zusätzliche Verzerrungen verursachen. Eine Aufnahme mit größerem Kameraabstand ist daher meist hilfreicher als die Beurteilung eines eng zugeschnittenen Selfies.
- Blickrichtung. Beim Blick zur Seite verändern sich die Positionen von Pupillen und Iris innerhalb der Augenöffnungen. Das kann den wahrgenommenen Abstand beeinflussen, obwohl die inneren Augenwinkel an derselben Stelle bleiben.
- Sichtbare Breite der Augenöffnung. Zusammengekniffene oder weit geöffnete Augen, der Gesichtsausdruck und teilweise Verdeckungen verändern die Kontur, die Sie vergleichen. Ein entspannter Blick eignet sich besser als Ausgangspunkt.
- Erscheinungsbild des Nasenrückens. Die Konturen und Schatten des Nasenrückens rahmen den Bereich zwischen den Augen ein. Dadurch kann derselbe Abstand mehr oder weniger auffallen.
- Augenbrauen und Make-up. Brauenanfänge, verlängerter Eyeliner, Highlights am inneren Augenwinkel und gezielt gesetzter Lidschatten lenken den Blick auf unterschiedliche Bereiche. Diese optischen Effekte sind nicht mit einer tatsächlichen Veränderung des Augenabstands gleichzusetzen.
- Brille und Haare. Der Brillensteg, optische Effekte der Gläser und Haare, die seitliche Gesichtspartien verdecken, können beeinflussen, wie die Augenpartie im Verhältnis zum übrigen Gesicht wirkt.
Auch die Erkennbarkeit der Augenwinkel spielt eine Rolle. Epikanthusfalten sind Hautfalten nahe den inneren Augenwinkeln. Sie können einen Augenwinkel teilweise bedecken und beeinflussen, wo die sichtbare Augenöffnung zu beginnen scheint. Das macht einen rein optischen Vergleich ungenauer. Ziehen Sie die Haut nicht zur Seite und versuchen Sie nicht, einen verdeckten Augenwinkel zu erraten. Ist er nicht klar erkennbar, bleibt die Einordnung unsicher.
Ein hilfreicher Vergleich: Betrachten Sie sich mit entspanntem Gesichtsausdruck im Spiegel und vergleichen Sie diesen Eindruck mit einem Porträt aus normaler Aufnahmeentfernung. Ändert sich der Eindruck deutlich, ist „Meine Augen wirken auf diesem Foto weiter auseinanderstehend“ treffender als die Annahme, das Bild zeige eine unveränderliche Proportion.
Make-up- und Brauenstyling für unterschiedliche optische Effekte
Styling kann den Blick stärker zur Mitte lenken, die Augen optisch nach außen verlängern oder den Abstand weitgehend in den Hintergrund treten lassen. Keiner dieser Effekte ist eine Korrektur. Entscheiden Sie sich für den Look, der Ihnen gefällt.
Für einen stärker zur Mitte betonten Look
Eine stärkere Betonung im inneren Drittel der Augen kann den Abstand weniger auffällig erscheinen lassen. Probieren Sie etwas weich verblendeten Lidschatten in einem mittleren Farbton im inneren Drittel des Oberlids oder betonen Sie den inneren Abschnitt des oberen Wimpernkranzes dezent.
Bleiben Sie dabei auf der Lidhaut und halten Sie Abstand zum Tränenkanal. Eine leichte Betonung kann bereits ausreichen. Eine dichte, kompakte Lidschattenfläche kann bei wenig sichtbarer Lidfläche schnell dominieren.
Auch die Brauenanfänge können diesen Effekt unterstützen. Wachsen dort von Natur aus nur wenige Härchen, können feine, haarähnliche Striche die Aufmerksamkeit stärker zur Mitte lenken. Sie müssen die Brauen dafür nicht weit über ihre natürlichen Grenzen hinaus verlängern.
Für einen nach außen verlängerten Look
Ein längerer Eyeliner-Flügel oder Lidschatten, dessen Schwerpunkt über den äußeren Augenwinkel hinausreicht, lenkt den Blick nach außen. Dadurch kann die Augenpartie optisch weiter auseinandergezogen wirken. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt auch vom übrigen Make-up ab.
Ein betonter Brauenbogen oder ein stärker definiertes Brauenende kann diese Wirkung unterstützen. Der Ansatz eignet sich für alle, die ihre Augen optisch verlängern oder den äußeren Augenbereich dramatischer betonen möchten – unabhängig vom natürlichen Augenabstand.
Für einen neutraleren Look
Ziehen Sie am oberen Wimpernkranz eine möglichst gleichmäßige Linie und halten Sie die Verlängerung am äußeren Ende kurz. Verblenden Sie den Lidschatten, ohne den inneren oder äußeren Bereich stark zu betonen.
Ein Highlight am inneren Augenwinkel lässt die Augen nicht automatisch enger oder weiter auseinanderstehend wirken. Helligkeit zieht zwar den Blick auf den inneren Augenbereich. Wie sie den wahrgenommenen Abstand beeinflusst, hängt aber von der Größe und Intensität des Highlights sowie vom umgebenden Lidschatten ab. Ein kleiner, seidig schimmernder Akzent wirkt anders als eine großflächige, stark reflektierende Partie.
Als einfache Entscheidungshilfe gilt:
- Sie möchten den Blick stärker zur Mitte lenken? Betonen Sie das innere Drittel dezent und zeichnen Sie die natürlichen Brauenanfänge sanft nach.
- Sie möchten die äußeren Bereiche hervorheben? Setzen Sie den Schwerpunkt mit Eyeliner, Lidschatten oder Brauenstift an den äußeren Enden.
- Sie möchten den Abstand kaum betonen? Verteilen Sie die Akzente ausgewogen und halten Sie Verlängerungen zurückhaltend.
Passen Sie das Make-up an Ihre Augenkontur und die sichtbare Lidfläche an. Prüfen Sie das Ergebnis mit geöffneten Augen und entspanntem Gesichtsausdruck: Make-up, das auf dem geschlossenen Lid ausgewogen aussieht, kann bei geöffneten Augen anders wirken.
Weit auseinanderstehende Augen sind keine klinische Diagnose
„Weit auseinanderstehende Augen“ ist eine neutrale Beschreibung des Erscheinungsbilds. Telekanthus und orbitaler Hypertelorismus sind dagegen klinische Begriffe mit unterschiedlichen Bedeutungen:
- Telekanthus bezeichnet einen vergrößerten Abstand zwischen den inneren Augenwinkeln, ohne dass der Abstand zwischen den knöchernen Augenhöhlen zwingend vergrößert sein muss.
- Orbitaler Hypertelorismus bezeichnet einen vergrößerten Abstand zwischen den knöchernen Augenhöhlen.
Beide erfordern geeignete Messungen und eine fachliche Beurteilung. Weder ein Selfie noch die Faustregel mit einer Augenbreite kann einen dieser Befunde feststellen. Aus einer bloßen Beschreibung des Aussehens lässt sich keiner der beiden Befunde ableiten.
Ein unveränderter Augenabstand, der schon immer zu Ihrem Erscheinungsbild gehört, ist häufig einfach eine natürliche Gesichtsvariation. Allein der Eindruck weit auseinanderstehender Augen ist kein Grund, ein gesundheitliches Problem anzunehmen.
Eine auffällige neue Veränderung, eine Verletzung, Doppelbilder oder Sehprobleme sollten medizinisch abgeklärt und nicht anhand kosmetischer Proportionen beurteilt werden. Plötzlich auftretende Doppelbilder, Sehverlust, starke Augenschmerzen oder eine erhebliche Augenverletzung erfordern eine dringende medizinische Untersuchung.
Was der Augenabstand aussagen kann – und was nicht
Der Augenabstand beschreibt ein einzelnes Größenverhältnis innerhalb eines Gesichts. Er kann hilfreich sein, wenn es um Make-up, Brillen oder die Wirkung von Gesichtsproportionen auf einem Porträt geht. Attraktivität, Persönlichkeit, ethnische Zugehörigkeit oder Gesundheit lassen sich daraus jedoch nicht objektiv ableiten.
Es gibt keine universelle Idealproportion, der jedes Gesicht entsprechen sollte. Entspricht Ihr Augenabstand ungefähr einer Augenbreite, genügt diese Beschreibung. Sie brauchen keine präzise Kategorie, um Stylingentscheidungen zu treffen, die Ihnen gefallen.

