Nach oben oder unten geneigte Augen: So erkennst du den Unterschied

So unterscheidest du nach oben, nach unten und neutral geneigte Augen: mit Spiegel- und Fotocheck, Tipps zu Asymmetrie und passenden Make-up-Techniken.

Bei nach oben geneigten Augen liegen die äußeren Augenwinkel höher als die inneren. Bei nach unten geneigten Augen liegen sie tiefer. Befinden sich beide Augenwinkel ungefähr auf gleicher Höhe, ist die Augenneigung neutral. Deine beiden Augen müssen dabei nicht exakt übereinstimmen.

Entscheidend ist der Vergleich der tatsächlichen Augenwinkel – nicht der Augenbrauen, Wimpern oder des Eyeliners. Ein entspannter Blick in den Spiegel und ein frontal aufgenommenes Foto helfen dir dabei, deine natürliche Augenneigung von einem Eindruck zu unterscheiden, der durch Kopfhaltung oder Gesichtsausdruck entsteht.

Nach oben, nach unten und neutral geneigte Augen im Überblick

Drei Personen mit unterschiedlich geneigten Augenwinkeln blicken geradeaus.

Diese Bezeichnungen beschreiben, wie die Linie vom inneren zum äußeren Augenwinkel verläuft.

NeigungPosition des äußeren AugenwinkelsWichtigstes sichtbares Merkmal
Nach oben geneigtHöher als der innere AugenwinkelDie Linie zwischen den Augenwinkeln steigt nach außen an
Nach unten geneigtTiefer als der innere AugenwinkelDie Linie zwischen den Augenwinkeln fällt nach außen ab
NeutralUngefähr auf Höhe des inneren AugenwinkelsDie Linie zwischen den Augenwinkeln wirkt waagerecht

Achte auf die genaue Lage der Augenwinkel, nicht darauf, ob die Augenpartie insgesamt angehoben wirkt. Eine geschwungene Augenbraue, nach oben gebogene äußere Wimpern oder ein aufwärts gerichteter Eyeliner-Wing können diesen Eindruck erzeugen, obwohl die Augenwinkel auf gleicher Höhe liegen. Auch Lidfalten können die Kontur verdecken.

Die Augenneigung ist ein rein beschreibendes Merkmal. Sie sagt nichts über Attraktivität, Persönlichkeit, ethnische Zugehörigkeit, Gesundheit oder den Wert eines Menschen aus.

So prüfst du deine Augenneigung an den richtigen Orientierungspunkten

Vergleiche bei diesem Selbstcheck deine Beobachtungen im Spiegel und auf einem Foto, bevor du dich auf eine Beschreibung festlegst.

1. Finde die beiden Orientierungspunkte

Der innere und der äußere Kanthus sind die Punkte, an denen Ober- und Unterlid zusammentreffen:

  • Innerer Kanthus: der Augenwinkel zur Nase hin.
  • Äußerer Kanthus: der Augenwinkel zur Schläfe hin.

Suche die Stelle, an der die Lider zusammentreffen, nicht die Spitze einer Wimper oder das Ende deines Make-ups. Orientiere dich nicht am Verlauf der Augenbraue, einem Eyeliner-Wing, der Wimpernrichtung oder der Lidfalte.

2. Vergleiche die Höhe im Spiegel

Stelle dich mit geradem Kopf vor den Spiegel, blicke geradeaus und entspanne deine Augenbrauen. Ziehe die Brauen nicht hoch und vermeide es, die Augen weit aufzureißen oder zusammenzukneifen. Weiches Licht von vorn macht die Augenwinkel leichter erkennbar.

Stell dir eine waagerechte Linie vor, die vom inneren Augenwinkel nach außen verläuft:

  • Äußerer Augenwinkel oberhalb der Linie: nach oben geneigt.
  • Äußerer Augenwinkel unterhalb der Linie: nach unten geneigt.
  • Äußerer Augenwinkel ungefähr auf der Linie: neutral.

Prüfe jedes Auge einzeln. Du musst keinen Winkel berechnen oder einem kaum sichtbaren Unterschied eine besondere Bedeutung beimessen.

3. Vergleiche das Ergebnis mit einem frontalen Foto

Nimm ein Foto mit geradem Kopf auf. Die Kamera sollte mittig vor deinem Gesicht auf Augenhöhe sein. Verzichte auf Beautyfilter und entferne nach Möglichkeit Make-up, das über die Augenwinkel hinausreicht. Halte genügend Abstand zur Kamera, um eine extreme Nahaufnahme zu vermeiden. Bei Bedarf kannst du das Bild anschließend zuschneiden.

Vergleiche auf dem Foto erneut die beiden Augenwinkel.

Wenn Spiegelbild und Foto übereinstimmen, kannst du die entsprechende Beschreibung verwenden. Weichen sie voneinander ab, bleibt die Einordnung unsicher. Eine leichte Neigung lässt sich mitunter nur schwer von kleinen Veränderungen der Kopfhaltung unterscheiden. „Ungefähr neutral“ oder „auf diesem Foto nicht eindeutig“ ist hilfreicher als eine erzwungene Zuordnung.

Für eine zusätzliche fotobasierte Einschätzung bietet der Kanthusneigungs-Test eine visuelle Analyse der Neigung deiner Augenwinkel. Vergleiche das geschätzte Ergebnis mit deinen eigenen Beobachtungen, statt es als endgültig anzusehen. Kopfhaltung, Gesichtsausdruck, Beleuchtung und Bildqualität können das Ergebnis beeinflussen.

Die Augenneigung ist nur ein Teil deiner Augenform

Die Neigung der Augenwinkel beschreibt nicht alle Eigenschaften eines Auges. Zur Augenform gehören auch weitere sichtbare Merkmale, etwa die Kontur der Augenöffnung und die Lidstruktur. Die folgenden Begriffe beschreiben jeweils unterschiedliche Eigenschaften:

  • Mandelförmig oder rund: die Kontur der sichtbaren Augenöffnung.
  • Schlupflid: Haut des Oberlids bedeckt teilweise die Lidfalte oder das sichtbare bewegliche Lid.
  • Monolid: Das Oberlid hat keine deutlich sichtbare Lidfalte.
  • Tief liegend oder hervorstehend: die Lage der Augen im Verhältnis zur umgebenden Augenhöhle.

Mehrere dieser Beschreibungen können gleichzeitig zutreffen. Du musst dich also nicht für eine einzige Kategorie entscheiden. Der Leitfaden zu den verschiedenen Augentypen erklärt, wie Kontur, Lidstruktur, Neigung der Augenwinkel, Tiefe und Abstand zusammenwirken. Wenn du die Lage in der Augenhöhle und die Lidstruktur schwer auseinanderhalten kannst, hilft der Vergleich zwischen Schlupflidern und tief liegenden Augen.

MerkmalskombinationNeigung der AugenwinkelWeiteres Merkmal
Nach oben geneigt + SchlupflidÄußerer Augenwinkel liegt höherEine Hautfalte bedeckt einen Teil des Oberlids
Nach unten geneigt + rundÄußerer Augenwinkel liegt tieferRundliche Augenöffnung
Neutral + tief liegendAugenwinkel liegen ungefähr auf gleicher HöheDas Auge liegt weiter hinten in der Augenhöhle
Nach oben geneigt + mandelförmigÄußerer Augenwinkel liegt höherLängliche, zu den Augenwinkeln hin schmal zulaufende Öffnung

Ein Auge kann beispielsweise nach oben geneigt sein, während eine Hautfalte einen großen Teil des Oberlids verdeckt. Die Falte ändert nichts an der Neigung.

Ebenso sind nach oben geneigte Augen nicht immer mandelförmig, und nach unten geneigte Augen können Schlupflider haben. Betrachte die Neigung der Augenwinkel deshalb getrennt von Augenöffnung, Lidfalte und Lage in der Augenhöhle.

Warum die Augenneigung auf Fotos unterschiedlich wirken kann

Ein Foto zeigt deine Merkmale aus einem einzigen Blickwinkel und in einem bestimmten Moment. Dadurch kann die Kontur anders erscheinen, ohne dass sich deine Augen dauerhaft verändert haben.

Achte auf diese Faktoren, bevor du einen Unterschied deutest:

  • Seitliche Kopfneigung: Wenn du den Kopf zu einer Schulter neigst, liegt eine Gesichtshälfte höher. Vergleichst du die Augenwinkel dann mit der waagerechten Bildkante, können die beiden Augen unterschiedlich geneigt wirken.
  • Kamerahöhe: Eine Kamera oberhalb oder unterhalb der Augenhöhe verändert den Blick auf die Lider und kann beeinflussen, wie du die Augenkontur wahrnimmst.
  • Lächeln oder Zusammenkneifen der Augen: Beides kann das Gewebe an den äußeren Augenwinkeln anheben oder zusammendrücken und die sichtbare Augenöffnung verengen.
  • Geringer Abstand und seitliche Kameraposition: Weitwinkel-Selfies aus kurzer Entfernung verstärken perspektivische Unterschiede. Das nähere Auge kann anders wirken als das weiter entfernte.
  • Ungleichmäßige Beleuchtung: Seitenlicht kann einen Augenwinkel verdecken oder Schatten in seiner Umgebung verstärken. Dadurch scheint die sichtbare Kontur an einer anderen Stelle zu enden.
  • Make-up und Wimpern: Eyeliner-Wings, Lidschatten und künstliche Wimpern können die sichtbare Kontur über den tatsächlichen Augenwinkel hinaus verlängern.

Für einen aussagekräftigen Vergleich brauchst du einen geraden Kopf, eine mittig positionierte Kamera auf Augenhöhe, einen entspannten Gesichtsausdruck und weiches Licht von vorn. Vergleiche ähnliche Aufnahmen miteinander, statt ein lächelndes Selfie einem neutralen Porträt gegenüberzustellen.

Wenn sich die Augenwinkel weiterhin nur schwer erkennen lassen, vergrößere ein unscharfes Bild nicht immer weiter. Auch eine stärkere Vergrößerung kann fehlende Details nicht sichtbar machen.

Was ist, wenn deine beiden Augen nicht genau übereinstimmen?

Beurteile zunächst jedes Auge einzeln und beschreibe anschließend den Gesamteindruck. Versuche nicht, zwei unterschiedliche Ergebnisse in eine einzige eindeutige Kategorie zu zwängen.

Diese Beispiele helfen dir bei der Einordnung:

  • Beide Augen sind nach oben geneigt, eines jedoch stärker: „Nach oben geneigt, mit einem leichten Unterschied zwischen links und rechts.“
  • Beide Augen sind nach unten geneigt, eines jedoch stärker: „Nach unten geneigt, mit leichter Asymmetrie.“
  • Ein Auge ist neutral und das andere leicht geneigt: Beschreibe beide getrennt, zum Beispiel „links neutral, rechts leicht nach oben geneigt“.
  • Ein Auge ist nach oben und das andere nach unten geneigt: „Gemischte Neigung“, sofern der Unterschied bei gerader Kopfhaltung sichtbar bleibt.
  • Die Einordnung ändert sich je nach Ansicht: Lass die Beschreibung offen, statt dich auf eine feste Kategorie festzulegen.

Achte darauf, was du auf einem Foto mit links und rechts meinst. Auf einem nicht gespiegelten Frontalporträt erscheint dein linkes Auge normalerweise auf der rechten Bildseite. In einem gespiegelten Selfie oder im Spiegelbild erscheint es dagegen auf der linken Seite.

Eine horizontale Spiegelung vertauscht die dargestellten Seiten, verändert aber nicht die Einordnung des jeweiligen Auges. Ein nach oben geneigtes Auge bleibt nach oben geneigt, weil sein äußerer Augenwinkel weiterhin höher liegt als der innere. Dasselbe gilt für nach unten geneigte und neutrale Augen. Die Spiegelung verändert also nur die Zuordnung von links und rechts – nicht die Neigungsrichtung.

Kleine Unterschiede zwischen der linken und rechten Seite sind häufig und müssen nicht korrigiert werden. Vermeide es, winzige Unterschiede immer wieder zu messen, wenn sie sich je nach Gesichtsausdruck oder Foto verändern. Wenn du sichtbare Unterschiede zwischen deinen Gesichtshälften näher betrachten möchtest, bietet Facefys Symmetrie-Checker eine fotobasierte Einschätzung der Gesichtssymmetrie. Die Ergebnisse sind Schätzungen, die von Beleuchtung, Kamerawinkel und Gesichtsausdruck beeinflusst werden – keine präzisen Messungen einzelner Augenwinkel.

Eine neu aufgetretene oder deutlich ausgeprägte Veränderung an einem Augenlid oder im Augenbereich solltest du ärztlich besprechen, statt sie anhand einer Analyse des Aussehens einzuordnen. Suche bei einer plötzlichen Veränderung zeitnah medizinische Hilfe, insbesondere wenn Schmerzen, Doppelbilder oder andere Sehveränderungen hinzukommen.

Eyeliner und Lidschatten für den gewünschten Effekt

Du kannst die natürliche Neigung betonen, mit Make-up eine andere Linienführung schaffen oder den äußeren Augenwinkel dezent halten. Das sind Stylingoptionen, keine Korrekturen.

Gewünschter EffektEyeliner-TechnikLidschatten-Technik
Aufwärts gerichtete Linie betonenLeicht nach oben verlängernAm äußeren Augenwinkel nach oben verblenden
Natürliche Neigung beibehaltenDem Verlauf am äußeren Augenwinkel folgenDer vorhandenen Kontur folgen
Neigung weniger betonenEyeliner am äußeren Augenwinkel kurz haltenAm äußeren Rand weich verblenden
Länge betonenEher waagerecht verlängernSanft nach außen verblenden

Eine aufwärts gerichtete Linie betonen

Ziehe zunächst einen kurzen Schwung nach oben, statt gleich einen langen Wing zu zeichnen. Prüfe ihn bei entspanntem Gesichtsausdruck und verlängere ihn nur, wenn du den Effekt verstärken möchtest.

Diese Technik eignet sich für nach oben geneigte, neutrale und nach unten geneigte Augen. Sie verändert die Linienführung des Make-ups, nicht die Position deiner Augenwinkel.

Der natürlichen Neigung folgen

Trage den Eyeliner dicht am oberen Wimpernkranz auf und orientiere dich am äußeren Ende an deinem Augenwinkel. Ziehe die Linie nicht automatisch nach oben, wenn du deine natürliche Form betonen möchtest.

Den äußeren Augenwinkel weicher wirken lassen

Verblende Kajal oder Lidschatten am äußeren Rand mit einem kleinen Pinsel, statt einen spitz zulaufenden Wing zu zeichnen. Ein weicher Übergang lenkt weniger Aufmerksamkeit auf die genaue Neigung.

Länge ohne starken Aufwärtseffekt erzeugen

Ziehe eine kurze Linie eher waagerecht in Richtung Schläfe. Beginne dezent, denn eine längere Linie kann eine Lidfalte kreuzen oder beim Blinzeln anders aussehen.

Prüfe bei jeder Technik den Verlauf mit geöffneten Augen und entspannten Augenbrauen. Eine Lidfalte oder ein Schlupflid kann einen Teil der Linie verdecken, obwohl sie bei geschlossenem Auge durchgehend aussieht. Passe die Linie lieber in kleinen Schritten bei deinem normalen Gesichtsausdruck an, statt einen auffälligen Look nur mit geschlossenen Augen zu beurteilen.

Häufige Fragen zu nach oben und nach unten geneigten Augen

Verändert Lächeln das Ergebnis?

Lächeln kann den äußeren Augenbereich anheben oder zusammendrücken und dadurch die sichtbare Augenöffnung verändern. Achte deshalb auf einen entspannten Gesichtsausdruck, wenn du deine natürliche Augenneigung beschreiben möchtest.

Warum wirken meine Augen auf manchen Fotos nach unten geneigt?

Kopfhaltung, Kamerahöhe, die Perspektive einer Nahaufnahme, Gesichtsausdruck, Beleuchtung, Wimpern und Make-up können den Eindruck beeinflussen. Vergleiche die tatsächlichen Augenwinkel auf einem Foto, das mittig auf Augenhöhe aufgenommen wurde, statt nur die gesamte Kontur zu beurteilen.

Was ist der Unterschied zwischen Augenform und Augenneigung?

Die Augenform ist eine umfassende Beschreibung, die unter anderem die Kontur der Augenöffnung und die Lidstruktur einschließen kann. Die Augenneigung bezeichnet dagegen den Verlauf vom inneren zum äußeren Augenwinkel. Ein Auge kann rund und nach unten geneigt sein oder ein Schlupflid haben und zugleich nach oben geneigt sein.

Kann ein fotobasiertes Tool ein eindeutiges Ergebnis liefern?

Es kann eine visuelle Einschätzung liefern, die Einschränkungen des Fotos aber nicht ausgleichen. Wenn das Ergebnis von dem abweicht, was du bei entspanntem Gesichtsausdruck im Spiegel siehst, bleibt die Einordnung unsicher. Am hilfreichsten ist eine Beschreibung, die mit deinen Beobachtungen übereinstimmt – nicht die Zahl, die am genauesten aussieht.

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